NewsMARK

Medien Menschen Marketing

NewsMARK header image 2

Neue Leser über Marktstudie? – Süddeutsche sucht Tester

März 8th, 2007 · 1 Kommentar

Fragebogen als Anreiz zum Lesevergnügen? (Foto NewsMARK)
Fragebogen als Anreiz zum Lesevergnügen? (Foto NewsMARK)
JÖRG WACHSMUTH | Auf den ersten Blick ein verlockendes Angebot, dass die Süddeutsche Zeitung per Brief an ehemalige Probeleser (und vielleicht Leser) unterbreitet. „Nehmen Sie teil an unserer Marktforschung, lesen Sie unsere Zeitung und füllen Sie Fragebögen aus, kassieren Sie 100 €“ – Danke, da mache ich doch mit.

Vor jeder Marktforschung steht aber die Marktstudie. In diesem Fall in Form von: Wie sind die Bedingungen. Ein Jahr ließt der Teilnehmer die Süddeutsche, jedes Quartal füllt er einen Fragebogen aus, den er portofrei zur „Süddeutsche Zeitung, Marketing-Forschung, Projektleitung Marktstudie“ nach München sendet. Nach Eingang des letzten Fragebogens werden 100 € auf dem Konto gut geschrieben.

Das ist ein faires Angebot. Der Teilnehmer der Studie macht sich also die Mühe die Zeitung jeden Tag intensiv zu studieren, investiert seine Zeit in die Forschung um eine Optimierung des Produktes zu erreichen. Das ist der Projektleitung immerhin 25 € pro Fragebogen wert. Um die Forschung seriös zu betreiben, braucht es also nur noch eines Testobjekts.

An dieser Stelle wird es spannend. Ein Leser der Zeitung hat kein Problem, erhält er doch täglich seine Morgenlektüre. Der Nichtleser aber wird zum Leser. Nun könnte man denken, bei einer solchen wichtigen Forschungsaufgabe erhält der Proband jeden Morgen ein Freiexemplar zur Testlektüre.

Falsch! Um nach einem Jahr der Mitarbeit seine 100 Euro zu erhalten hat er ein Jahr die Süddeutsche zu abonnieren. Womöglich eine Zeitung, die er sonst nicht bezog. Der Preis: 36,90 € pro Monat, in Bayern zwei Euro weniger. Zwölf mal gezahlt, 100 € erstattet macht 342,80 € investiert. Das ist eine ganze Menge Geld um an einer Marktstudie teilnehmen zu dürfen.

Tags: Medienforschung · NewsMARK # 004 - März/April 2007