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Türkischer Radiosender Metropol FM nicht mehr über Kabel

Mai 13th, 2009 · 5 Kommentare

Kabelkunden, die dieser Tage versuchen das Programm von Metropol FM über ihr am Kabel angeschlossenes Radio zu hören, hören nichts. Das türikschsprachige Radioprogramm Metropol FM wird in seinem Heimatmarkt nicht mehr in das Kabelnetz eingespeist, ist dort nicht mehr zu hören.

Weder auf der Webseite der Aufsichtsbehörde MABB (Medienanstalt Berlin-Brandenburg) noch auf der Internet-Homepage des Kabelanbieter Kabel Deutschland finden sich Informationen zu dieser Angebotsverschlechterung. Lediglich der Berliner Sender selber informiert seine Hörer. Auf der Seite heißt es bei den Frequenzen für Berlin: Ab dem 1. Mai ist Metropol FM nicht mehr in Berlin über Kabel empfangbar.

Dafür ist der Sender nun in bundesweiten türkischsprachigen Digitalpaketen zu hören, die Kunden von Kabel Deutschland gegen teuers Geld als Zusatzangebot kaufen können. Dazu findet gerade im Rahmen von Ethnomarketing eine Plakataktion in türkischer Sprache statt. Der bequeme Anschluß an die Sterreo-Anlage ist so aber nicht möglich.

Ein Beitrag zur Integration ist das nicht. Vor Jahren wurde in Berlin die Verbreitung des türkischen Auslandsfernsehsender TRT INT über das analoge Kabel eingestellt, auch der Sender ist nur noch digital zu empfangen. Das lokale Berliner türkische TV-Programm TD1 wurde nach einer Pleite angeblich von Kabel Deutschland übernommen und dann abgewickelt. Das Programm war plötzlich einfach weg. Zum Jahreswechsel 2008 / 2009 wurde dann die Zielgruppe Migranten vom öffentlich-rechtlichen RBB aufgegeben. Das beliebte mehrsprachige Hörfunkprogramm Radio Multikulti wurde durch den GEZ-Gebühren empfangenen Sender ebenfalls eingestellt. Auf den Frequenzen ist nun der WDR zu hören, desen Programm Funkhaus Europa vollständig übernommen wird, der Sender feiert gerade seinen 10ten Geburtstag. Kölner Background für den Kreuzberger Kiez.

Im Kreuzberger Kiez dürfte in Zukunft Metropol FM seltener zu hören sein, die Antennenverbreitung ist in den Schluchten des SO36 massiv gestört. Die Zahl der Sat-Anlagen dürfte nun weiter steigen. Gegen den Empfang kann langsam auch niemand mehr etwas sagen, wenn nicht mal mehr die ortsüblichen Programme (also jene, die über Antenne ausgetrahlt werden) in das Kabelnetz eingespeist werden.

Berliner Programme für Migranten: Fehlanzeige! Den bisherigen Kabelhörern bleibt nichts weiter übrig als den Kabel-Radio-Stecker aus der Dose zu ziehen und jetzt den Sender über Antenne zu hören.

Tags: Medien- und Marketingmix · Medienbranche