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DJV: Fusion der gespaltenen Journalistenvertretung zunächst verschoben

Juli 3rd, 2010 · 4 Kommentare

[NM] „Es war chaotisch“, berichten die Mitglieder des DJV Berlin vor der Tür. Im Herzen wollten alle die Fusion mit dem Journalistenverband Berlin-Brandenburg, um so eine Fehlentwicklung aus dem Jahr 2004 zu beenden. Der Weg war steinig und hart. Dieser 3. Juli 2010 sollte einen Schlußstrich ziehen und den Neuanfang mit einem gestärkten Deutschen Journalisten-Verband in der Hauptstadt-Region hervorbringen.

Nach vier Stunden kontroverser und teils chaotischer Diskussion beendeten die Mitglieder des DJV Berlin den Verbandstag und die Diskussion über die Fusion mit einer Verschiebung. 67 Mitglieder stimmten für die Vertagung der Fusion nur 60 dagegen. Viele Fragen blieben offen, in einer Sitzung, zu der keine Gäste zugelassen waren, von einigen Ausnahmen abgesehen.

Fragen beantworten und nachbessern. Für die Fusion wird die Zustimmung von Dreiviertel der anwesenden Mitgliedern benötigt. Eine Mehrheit, die der Vorsitzende Peter Pistorius heute nicht bekommen hätte. Seine Schatzmeisterin Jutta Rabe hatte im Vorfeld in mehreren E-Mails den Vorsitzenden massiv angegriffen. Ein Antrag zur Abwahl des Vorstands wurde aber nicht mehr behandelt, ebenso wie andere Anträge. Nachdem die Entscheidung zur Fusion vertagt wurde, wurde auch die Mitgliederversammlung beendet.

Die Weichen sind gestellt. Gleichzeitig fing auch die Fusions-Mitgliederversammlung des Journalistenverbands Berlin-Brandenburg in einem anderen Saal des selben Hotels an. Der Vorsitzende Gerd Kothy hatte seine Mitglieder scheinbar besser auf die Fusion eingestimmt. Bei nur einer Enthaltung stimmte der JVBB der Fusion zu. Ein gutes Ergebnis,  über das der DJV Berlin auf seiner Webseite kein Wort erwähnte.

Verschoben nicht aufgehoben. Einen neuen Termin für die Fusionszustimmung hat der DJV Berlin nicht genannt. Die Zeit drängt. Die Fusion muss in Berlin-Brandenburg kommen, damit der DJV als Berufsverband und Gewerkschaft sein Gesicht wahren kann und den Anspruch Stimme der Medienmacher zu sein halten kann. Die Vertagung ist zwar nicht das Symbol, das sich der DJV erhofft hatte, aber deutlich besser, als wenn die Fusion nun heute gescheitert wäre.

Die Fußballnationalmannschaft mit ihrem 4:00 gegen Argentinien bei der WM in Südafrika hat sicher für einiges entschädtigt. Anlaufnehmen und Fragen beantworten. Es war ungünstigt zu erleben wie der Vorstand des DJV Berlin im Vorfeld verstritten war. Wie sollten da die einfachen Mitglieder von der Zustimmung zur Fusion überzeugt werden. Merklich war, die Zerstrittenheit im Vorstand des DJV Berlin mit vielen Emails führten zu einer Verunsicherung.

Tags: Medien- und Marketingmix · Medienbranche