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Kirche runter von der Antenne – Radio Paradiso verliert Sendeerlaubnis

Mai 14th, 2010 · 2 Kommentare

[NM] Schock am Berliner Wannsee. Der als christlicher Radiosender Radio Paradiso getartete Sender wird künftig nicht mehr über seine UKW-Radiofrequenz 98,2 MHz in Berlin seine Musik zum Wohlfühlen senden dürfen. Die Medienanstalt der Hauptstadt hatte beschlossen, die Lizenz künftig an einen anderen Anbieter zu vergeben.

Das Aus für Radio Paradiso wird auch von der EKD, der Evangelischen Kirche Deutschlands, scharf krtisiert, meldet der Tagesspiegel. Der Berliner Landesbischof Markus Dröge forderte persönlich die MABB auf, ihre Entscheidung zu überdenken. Einen harten Kampf um jedes Schaf meldet die taz, und klärt auf: Während die Evangelische Kirche in Berlin ihren Sender verliert, sammelt das katholische Dom-Radio aus Köln munter Frequenzen.

13 Jahre hat Paradiso gesendet, beteiligt ist auch die EKD Media GmbH an dem Sender. Aber es gab erheblichen Substanzverlust, so soll sich der Wortanteil in den vergagenen drei Jahren halbiert haben. Das einzige Christliche sind wohl noch die „Gedanken zum Auftanken“ in der Morningshow, heißt es in einer Studie.  

Geschäftsführer Matthias Gülzow kündigte juristische Schritte gegen die Entscheidung an. Der Medienrat hat die Frequenz an den Sender „oldiestar“ vergeben. Die Begründung folgt im Juni 2010.

Es drohen nun 64 Arbeitsplätze in Zusammenhang mit dem Programm gestrichen zu werden. Radio Paradiso war der Sender mit den meisten Hörern im Berliner Radiohaus, von dem Matthias Gülzow genauso wie vom Black Music Sender Jam FM der Geschäftsführer ist. Ob Radiohaus ohne das starke Radio Paradiso weiterbestehen kann, ist nicht sicher. Erst 2008 waren Jam FM, Radio Paradiso und Jazzradio in den umgestalteten Standort zurückgezogen.

Die Frequenz 98.2 ist in Berlin öfter vergeben worden. Ende der 80er Jahre sendete dort der öffentlich-rechtliche SFB-Jugendsender „Radio4U“, es folgte das Programm von „jfk“.

Tags: Medien- und Marketingmix · Medienbranche · Medienrecht