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50 Jahre Migration aus der Türkei – Großer Bahnhof für den TRT-Kulturzug

Oktober 31st, 2011 · Keine Kommentare

[ots] Der TRT-Kulturzug auf seiner Erinnerungsreise von Istanbul nach … – Großer Bahnhof in München: Anlässlich des 50. Jahrestages der Unterzeichnung des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens wurden Migranten der ersten Stunde von hochrangigen Vertretern aus Politik und Gesellschaft empfangen und geehrt. Auf Initiative der Türkischen Rundfunk- und Fernsehanstalt TRT waren sie – in Erinnerung an den historischen Weg der ersten türkischen „Gastarbeiter“ vor einem halben Jahrhundert – mit einem Sonderzug vom Istanbuler Bahnhof Sirkeci aus nach München gekommen. Begleitet wurden sie von einer deutsch-türkischen Delegation aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Die fünftägige Zugfahrt führte über Plovdiv, Belgrad, Zagreb und Salzburg in die bayerische Landeshauptstadt. Rund 400 geladene Gäste und Spitzenvertreter der deutschen und türkischen Öffentlichkeit feierten die Ankunft des TRT-Kulturzugs, der um 14:39 Uhr – mit einer nostalgischen Lok der DB Fernverkehr bespannt – in den Hauptbahnhof einrollte. Neben dem türkischen Vizepremier Bekir Bozdag befand sich auch Staatsministerin Prof. Dr. Maria Böhmer, Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, auf der letzten Etappe zwischen Salzburg und München an Bord des TRT-Kulturzugs.

Der TRT-Kulturzug auf seiner Erinnerungsreise von Istanbul nach München. (Foto: obs / TRT)
Der TRT-Kulturzug auf seiner Erinnerungsreise von Istanbul nach München. (Foto: obs / TRT)

Der TRT-Kulturzug auf seiner Erinnerungsreise von Istanbul nach München. (Foto: obs / TRT)

„Das Projekt des „TRT-Kulturzuges“ ist ausgezeichnet dafür geeignet, an die Anfänge des Zuzugs aus der Türkei nach Deutschland zu erinnern und sich über die vielfältigen persönlichen Erlebnisse und Erfahrungen auszutauschen“, so Staatsministerin Maria Böhmer. „Mein außerordentlicher Dank gilt TRT, dem Bayerischen Rundfunk und der Deutschen Bahn. Die „Gastarbeiter“ und „Gastarbeiterinnen“ haben mit ihrem unermüdlichen Einsatz entscheidend zum Wohlstand unseres Landes beigetragen. Dafür danke ich ihnen sehr herzlich. 1961 war „Almanya“ für sie noch ein fremdes Land. Heute ist es ihre Heimat. Weil die meisten ihre Familien nachholten, sind inzwischen rund 2,9 Millionen Menschen mit türkischen Wurzeln in unserem Land heimisch geworden. Viele haben sich hier erfolgreich eine Existenz aufgebaut: als Handwerker, Ingenieur, Ärztin, Pflegedienst, Supermarkt- oder Restaurantbesitzer. Auch für viele Deutsche ist die Türkei näher gerückt. Die türkische Kultur, das Essen, die Musik, die türkischen Hochzeitsfeiern gehören mittlerweile in Deutschland zum Alltag in vielen Städten. Das Band, das beide Länder verbindet, ist unzertrennbar. Das 50. Jubiläum des Anwerbeabkommens bietet die Chance, das Vertrauen zwischen beiden Ländern zu vertiefen. Gegenseitiges Vertrauen ist die Voraussetzung für ein gutes Miteinander.“

In einer bewegenden, multikulturellen Zeremonie wurde 50 Jahre deutsch-türkische Geschichte mit Beteiligten der ersten Stunde begangen – an dem Ort, an dem die Migranten vor rund 50 Jahren schon einmal angekommen waren. Eine Gedenktafel, die an historischer Stätte enthüllt wurde, dokumentiert die gemeinsame Geschichte und wird am Istanbuler Bahnhof Sirkeci künftig ihren Bestimmungsort finden.

Eine Reise in ein unbekanntes Land und ein neues Leben – für die Migranten der ersten Stunde war die Idee der erneuten Zugfahrt nicht nur eine Würdigung der Vergangenheit, sondern stand symbolisch für den Aufbruch in eine gemeinsame Zukunft. „Dieses Land hat mir viel gegeben. Ihm verdanke ich viel Schönes und Neues, das ich vorher nicht kannte. Ich habe hier viel über das Leben gelernt“, so Ahmet Yetis, der 1966 im Alter von 24 Jahren in München ankam. Mehmet Ali Zaimoglu ergänzt, dass für seine Identitätsbildung die Begegnung mit der deutschen Kultur eine positive Rolle gespielt hat. Der 73-jährige Autor hat seine Migrationsgeschichte in der Biographie „Wenn das fremde Land zur Heimat wird“ niedergeschrieben. „Ich möchte den zukünftigen Generationen meine Erinnerungen, Träume und Hoffnungen weitergeben“, sagt er.

Mit dem Kulturzug hat die TRT ein einmaliges Projekt ins Leben gerufen, das die Migrationsgeschichte türkischer „Gastarbeiter“ in Deutschland in einem besonderen Rahmen würdigt. Über die gemeinsame emotionale Reise in die Vergangenheit hat der Kulturzug gleichzeitig eine Plattform für Austausch und Begegnung zwischen den beiden Kulturen geschaffen. Geschichten und Lebenswege der vergangenen 50 Jahre sowie Gespräche über die Zukunft des Miteinanders standen während der Jubiläumsfahrt und bei den Feierlichkeiten im Vordergrund. Eine Fotoausstellung mit historischen Bildern in einem Waggon des TRT-Kulturzugs ließ die Vergangenheit der deutsch-türkischen Migration im Kulturzug lebendig werden, thematisierte wichtige Meilensteine der gemeinsamen Geschichte und zeigte Momentaufnahmen aus der damaligen Zeit.

„Die Zugfahrt von Istanbul nach München verbindet die Türkei und Deutschland auf eine außergewöhnliche Art und Weise und hinterlässt wertvolle Eindrücke“, so TRT-Generaldirektor Ibrahim Sahin. „Wir freuen uns sehr, mit dem TRT-Kulturzug den ehrwürdigen historischen Moment feiern zu können, der die Geschichte unserer beiden Länder seit 50 Jahren eng miteinander verknüpft.“

Der TRT-Kulturzug ist Teil eines umfassenden Sonder- und Veranstaltungsprogramms, das die TRT zum 50. Jubiläum des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens in diesem Jahr ins Leben gerufen hat. Das Projekt wurde in Kooperation mit dem Bayerischen Rundfunk unter Förderung der Deutschen Bahn und Çaykur realisiert. Historischer Anlass ist das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Türkei, das am 30. Oktober 1961 in Bad Godesberg unterschrieben wurde und den Beginn der türkischen Einwanderung nach Deutschland markiert. Rund 750.000 türkische Arbeitskräfte kamen zwischen 1961 und 1973 im Rahmen des Abkommens nach Deutschland. Die „Gastarbeiter“, die nach Deutschland immigrierten, betraten im Münchener Hauptbahnhof auf dem mittlerweile historischen Gleis 11 erstmals den Boden ihrer neuen Heimat.

Über TRT

Die Rundfunk- und Fernsehanstalt TRT ist die öffentlich-rechtliche Rundfunkgesellschaft der Türkei und konstituierendes Mitglied der European Broadcasting Union (EBU). Die TRT nahm am 1. Mai 1964 ihren Sendebetrieb auf und sendet inzwischen plattformübergreifend national wie international. Das Angebot umfasst 14 Fernsehkanäle, 15 Radiostationen sowie die Internetpräsenzen trt.net.tr und trt-world.com, die in 34 verschiedenen Sprachen abrufbar ist.

Tags: Medien- und Marketingmix